Als ich einmal in der Schule vom Lehrer gefragt wurde, wie die drei
Eisheiligen heißen, antwortete ich: „Schoko, Vanille, Erdbeer!“
Als ich heute so durch die
Wilmersdorfer Arcaden flanierte, kam ich an der
Eisdiele Fantasia del Gelati vorbei und mein gräflicher Blick fiel auf ein giftgrünes Eis in der Vitrine und weckte meine Neugierde. Höflich bestellte ich eine Kugel „Pfefferminzeis“ in der Waffel und fragte den italienischen Angestellten, ob ich mich damit auch in den spärlich besetzten Gastraum setzen dürfe. Das wurde von ihm dermaßen vehement verneint, als hätte ich ihn gefragt, ob ich mal eben in seine Eisvitrine urinieren dürfe. Ich wurde ungalant darauf hingewiesen, dass ich in diesem Falle nur bei der Kellnerin am Tisch bestellen dürfe.
Brav setzte ich mich also an einen Tisch. Als nach einer kleinen Ewigkeit niemand kam, stand ich auf und suchte die Kellnerin. Als ich sie endlich fand, bestellte ich bei ihr eine kleine Kugel Pfefferminzeis in der Waffel (!). Wieder eine kleine Ewigkeit später brachte die Kellnerin mein Eis – in einer hässlichen Plastikschale! Ich verweigerte die Annahme und ging verärgert zur Eistheke und fragte, warum ich nicht sofort ein Eis in der Waffel in die Hand bekommen hätte. Dann hätte man sich das alles sparen können. Dieses Mal traf ich auf einen älteren Italiener (vermutlich der Chef). Mit der typischen Arroganz italienischer Kellner erklärte er mir, dass er das nicht dürfe, „wegen dem Finanzamt und so“, basta! Dann drückte er mir, ohne ein Wort der Entschuldigung, mein Eis in der gewünschten Waffel in die Hand, in einer Art, als wäre ich nur ein ungezogener kartoffelfressender deutscher Lümmel und drehte mir dann einfach unhöflich den Rücken zu. Das Gästedemütigen scheint bei 95% italienischer Gastronomen in Deutschland die Lieblingsbeschäftigung zu sein.
Das Eis schmeckte wässrig und während ich hier diese Zeilen schreibe, gibt es selbst nach ein paar Stunden noch Pfötchen, so dass ich gerade zwei
Bullrich-Salz-Tabletten einnehmen musste.

Es ist eine Marotte von einigen Eisproduzenten, die ausgefallensten Sorten zu Kreieren, ohne dabei auf Bekömmlichkeit und natürlichem Geschmack zu achten. Es gibt mittlerweile Marshmellow-Kaugummi, Roquefort-Käse-Eis, Kaktus-Eis, Oliven-Eis und last but not least: Lady-Gaga-Eis. Das schmeckt wahrscheinlich wie
Lady Gaga unter den Achseln nach einem Drei-Stunden-Konzert.
Ich hätte da auch noch ein paar Ideen, liebe Eisproduzenten. Wie wär’s denn mit Blutwurst-Eis, Ölsardinen-Eis und Schweinebraten-mit-Soße-Eis? Aber ohne mich! Also
ich bleibe lieber bei meinen drei
Eisheiligen „Schoko“, „Vanille“, „Erdbeer“.
„Und was ist mit Banane?“ wird jetzt jemand rufen. Na gut, Banane lass‘ ich noch mal gelten.