Sonntag, 30. Dezember 2012

AVANTGARDE

U-Bahnhof Kaiserdamm, erster Weihnachtsfeiertag. Eine ältere Dame steigt in die U2, setzt sich, zieht mit spitzen Fingern einen Schokoladenosterhasen aus ihrer Handtasche, wickelt ihn aus und verzehrt ihn genüsslich.
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 30.12.2012 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".

Sonntag, 23. Dezember 2012

Na dann ein Frohes Fest!

Weihnachtsmenue aus der Tube

Jahresrückblick

Lo Graf von Blickensdorf PerformanceIm Tagesspiegel vom 22.12.2012 wurden zwei meiner kleinen, selbst erlebten und aufgeschriebenen Geschichten, die regelmäßig in der Rubrik “Berliner Liste” erscheinen, zu den besten des Jahres gekürt. Hier sind sie noch einmal:

MEHR GESUNDHEIT
Ein Nachmittag im Café am Lietzensee. An der Theke bestellt eine mollige Frau ein Stück Sachertorte “mit einer doppelten Portion Sahne”, schaut sich zu den hinter ihr wartenden Leuten um und fügt entschuldigend hinzu: “Ich will mal wieder meine Kalziumwerte auf Vordermann bringen.”

WAS ZUM ANFASSEN
Eine Frau kommt mit ihrer Teenager-Tochter in eine Buchhandlung an der Wilmersdorfer Straße und sagt: “Du immer mit deinem Facebook – jetzt kaufe ich dir mal ein richtiges Buch!”

Sonntag, 9. Dezember 2012

MANNSWEIB


Dienstagnachmittag in der Patisserie Harry Genenz in Westend. Zwei Damen bemerken lautstark und mehrfach, dass heute ausnahmsweise ein Herr bedient. Darauf der Herr: "Soll ich mir vielleicht ein Kleid anziehen?"

Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 09.12.2012 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".

Samstag, 8. Dezember 2012

Unlust



Mittwochnachmittag vor einem Straßencafé am Kurfürstendamm. Sagt eine junge Frau zu ihrem Begleiter:„Hast du Lust auf einen Kaffee?“ Daraufhin antwortet er: „Nicht die Bohne.“

Montag, 26. November 2012

Bei Anruf: Suche


Montagmittag in der Patisserie Harry Genenz am Adenauerplatz. Ein ständiges Handyklingeln stört die bisherige Ruhe. Ein älterer Herr sucht nervös in allen Taschen nach seinem Handy. Als er es gefunden hat und sich meldet, stutzt man. Die Stimme kennt man doch? Es ist Peter Scholl-Latour.


Sonntag, 4. November 2012

Der Graf is(s)t Kunst

Ein Tipp für Gentlemen

Einstecktuch PappeIch hatte immer ein großes Problem. Wenn ich von einer Party nach Hause kam, war stets mein seidenes Einstecktuch verschwunden. Anfangs dachte ich, dass die blaublutrünstige Dame, mit der ich zuvor auf der Party geflirtet hatte, eigentlich eine militante Tierschützerin war und sich für den Schutz von Seidenraupen einsetzte und aus diesem Grunde mir mein Einstecktuch stibitzt hatte. Doch weit gefehlt. Beim näheren Hinsehen entdeckte ich, dass es im Laufe des Abends immer tiefer in die Einstecktuchtasche meines Jacketts gerutscht war, bis es irgendwann ganz verschwunden war. Nachdem mir das oft passiert war, hatte ich die blitzgeborene Idee, mir eine Vorrichtung zu Basteln, um dem Abhilfe zu schaffen. Und so geht's,  also: Man nehme einen Karton, schneide ihn sorgfältig zurecht (1 + 2), stecke ihn in die Jackettasche (3) und stülpe das Seidentuch darüber (4) – fertig! Diese pfiffige Idee habe ich mir schützen lassen und nenne es den „Graf Blickensdorfer“. Demnächst wird er nur von exklusiven Herrenmodeherstellern aus hochwertigen Materialien hergestellt und vertrieben und so werde ich in die Herrenmodengeschichte eingehen - ach ja, ...und schweinereich.

Montag, 29. Oktober 2012

Eine wahre Geschichte passend zu Halloween


KreuzNeulich ging ich Nachts mit einem Kollegen von einer Party nach Hause und wir beschlossen, die Abkürzung über den Friedhof zu nehmen. Als wir uns gerade gegenseitig übermütig  Friedhofswitze erzählten, hörten wir zwischen den Gräbern plötzlich ein Geräusch und erschraken. „Tack-Tack-Tack“. Uns war plötzlich nicht mehr zum Lachen zu Mute. Wir schauten vorsichtig nach, von wo das Geräusch kam. Nach einer Weile fanden wir einen alten grauen Mann, der mit Meißel und Hammer einen Grabstein bearbeitete. Wir fragten den Mann: „Was meißeln Sie denn hier mitten in der Nacht herum? Sie haben uns ja fast zu Tode erschreckt. Wir glaubten schon, Sie wären ein Gespenst!” Der graue Mann antwortete: “Ach, diese blöden Steinmetze haben meinen Namen falsch geschrieben!”

Freitag, 26. Oktober 2012

Hallo Wien!

Nikis Cupcakes halloweenOb in Wien Halloween gefeiert wird, weiß ich nicht so genau. Mir ist zum Beispiel dieser Brauch fremd gewesen, denn als ich Kind war, wurde Halloween nicht zelebriert. Vor ein paar Jahren wurde ich zum ersten mal mit Halloween konfrontiert, als plötzlich eine Handvoll kostümierter Kinder vor meiner Schlosstür standen und im Chor sagten: “Wir sind kleine Geister, essen gerne Kleister, wenn Sie uns nichts geben, bleiben wir hierCupcakes Nikis Cakes 1 kleben.” Noch vor 10 Jahren hätte man noch erstaunt ausgerufen: “Ick kleb’ euch gleich eine!” Nun gut, ich wollte nicht, dass sie vor meiner Tür kleben blieben, denn das hätte nur hässliche Flecken gegeben und so gab ich ihnen reichlich Süßigkeiten.
Wem ebenso wie ich, Halloween fremd ist, aber trotzdem dem Ganzen etwas aufgeschlossen ist, macht den Anfang bei Niki’s Cakes, denn dort gibt es jetzt schon die passenden Leckereien, die wunderbar schmeckenden “gruseligen” Cupcakes (siehe Fotos) – und man muss nicht extra nach Wien dafür fahren!

Niki’s Cakes - The American Style Bakery, Windscheidstraße 1, 10627 Berlin (direkt am Sophie-Charlotte-Platz), Öffnungszeiten: DI – SA 11 – 18 Uhr, SO 12 – 18 Uhr

Sonntag, 21. Oktober 2012

Servicewüste Deutschland

Restaurantschiff Captn Schillow
Letzten Sonntagnachmittag an der Straße des 17. Juni um halb Drei. Beste Kaffee und Kuchenzeit. Weit und breit kein Café, außer dem Restaurantschiff Capt’n Schillow am Landwehrkanal. Der Kellner weist einem einen kleinen Tisch auf dem Oberdeck zu, an dem man noch die letzten Strahlen der Herbstsonne genießen kann. Doch bedient wurde ich nicht. Anscheinend ging es einer Gruppe von Touristen am Nachbartisch eben so, denn eine Frau fragte beim Kellner nach, ob ihr bestelltes Getränk noch komme. Sie warte doch schon so lange darauf und hätte fürchterlichen Durst. Daraufhin vertröstet der Kellner sie: „Ich bekomme auch nicht immer alles sofort.“ Als auch ich auf Nachfrage die knappe Antwort bekam, dass der Kuchen „aus“ wäre, verließ ich das ungastliche Schiff.

Restaurantschiff Capt’n Schillow, Straße des 17.Juni, am Charlottenburger Tor, 10115 Berlin

Samstag, 13. Oktober 2012

Backen für den Tortengraf

Ruth Moschner in Graf von Blickensdorfs Tortenblog
Bei meinen zahlreichen privaten Einladungen zu Kaffee und Kuchen habe ich schon öfters eine Schrotkugel in der nicht gerade ansehnlichen Torte gefunden. Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, wie so etwas passieren kann? Ganz einfach: Die oder der Gastgeber haben beim Backen die Flinte ins Korn geworfen. Den verzweifelten Satz: „Entschuldigen Sie, aber die Torte ist mir etwas verunglückt...“ habe ich schon sehr oft gehört. Mal ehrlich, liebe Leserin, lieber Leser, das ist Ihnen doch bestimmt auch schon mal widerfahren, oder?
Das kann einem mit dem Backbuch „Backen für Angeber“ der beliebten TV-Moderatorin und Journalistin Ruth Moschner nicht passieren. In ihm Rotkppchens Rettung Graf von Blickensdorf _Ruth Moschnerfindet man leicht nachzumachende Backrezepte, deren Resultate sich auch noch sehen lassen können. Wenn man dazu die exzellenten Fotos sieht, möchte man am liebsten alles noch am selben Tag nachbacken. Da wird man mit ein paar kleinen Tricks zum Chefpatissier. Mit viel Sachkenntnis und Humor macht es Ruth Moschner dem Laien und Hobbybäcker einfach, die Rezepte selber in die Tat umzusetzen. Es gibt so traumhafte Leckereien mit wunderbaren Namen wie „Dekadenter Pistazienkuchen“, „Schwangere Brezel“, „Kaiser-Soufflé“, „Heiße Hüpfer“ oder „Rotkäppchens Rettung“ (s.Foto oben). Da braucht man keine Angst mehr haben, wenn sich der Chef oder gar der Tortengraf mit kritischer Zunge zum Besuch angekündigt haben.
Ein Satz aus dem Vorwort spricht mir besonders aus der Seele: „Torten, Cupcakes und Co. sollten während ihrer Verspeisung immer die volle Aufmerksamkeit bekommen.“ Da haben Sie ja sooo recht, liebe Frau Moschner, meine Seelenschwester!
Nach dem Kauf dieses Buches findet der Tortengraf garantiert keine Schrotkugel mehr in Ihrem heimischen Kuchen und Sie können mit Ihrer Backkunst so richtig angeben!

Ruth Moschner „Backen für Angeber“ ist erschienen im Südwest Verlag, 16,80 EUR (alle Fotos aus dem Buch)

Sonntag, 23. September 2012

Charlottenburg

Mittwoch in Charlottenburg. Vor einem Café genießen zahlreiche Mütter mit Kinderwagen die warme Herbstsonne, während ihre Kleinen johlend und kreischend spielen. Ein älterer Herr beobachtet die Szene und sagt zu seiner Begleiterin: "Hier geht's ja zu wie in Prenzlauer Berg!" 
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 23.09.2012 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".

Freitag, 14. September 2012

Sonntag, 9. September 2012

Sport ist Mord

Freitagabend im Charlottenburger Schlosspark. Sagt ein Jogger völlig verschwitzt und kurzatmig zum anderen: “Es würde mir mehr Spaß machen, wenn der Schlosspark etwas kleiner wäre!"
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 09.09.2012 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".

Sonntag, 26. August 2012

SPIEGEL-Affäre

Montagmorgen in einem Kiosk am Spandauer Damm. Ein Obdachloser mit mehreren Plasiktüten kauft vier Flachmänner Weinbrand - und den "Spiegel".

Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 26.08.2012 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".