Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 26.01.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 26. Januar 2014
RECHT HAT ER
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 26.01.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Freitag, 24. Januar 2014
Sonntag, 12. Januar 2014
Männer in Not
Dienstagnachmittag in der Suarezstraße. Zwei Männer stehen vor einem Trödelladen und unterhalten sich. Als eine junge Frau in Uniform der Bundesmarine vorbeikommt, unterbrechen sie ihr Gespräch und schauen ihr hinterher. Sagt der eine zum anderen: “Kiek ma, Orje: Fregatte uff Landgang.”
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 12.01.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Dienstag, 24. Dezember 2013
Mittwoch, 18. Dezember 2013
Etwas Warmes braucht der Graf!
Darf ein Tortengraf auch etwas anderes als Torte essen? Er darf! Auch ich lebe nicht nur von Torten allein und achte auf gesunde und ausgewogene Ernährung. Denn sonst wäre ich mittlerweile so dick, dass ich in meinem Bauchnabel keine Flusen, sondern ganze Pullover finden würde! So will ich niemals werden! Nie! Also esse ich manchmal als Mittagsmahl, wenn es schnell gehen muss und keine Zeit zum selber kochen ist, außerhäusig gerne herzhafte Eintöpfe. Chemiecocktails wie Tüten- und Dosensuppen oder lieblos zusammengepanschte Eintöpfe in den großen Kaufhäusern kommen für mich nicht in Frage. Da entdeckte ich in der Nähe des Kaiserdamms das Suppinger, ein familiengeführtes Bistro, wo es u.a. wöchentlich drei wechselnde Eintöpfe in zwei verschiedenen Größen (groß 3,80 / klein 2,30) gibt. In dem zweckmäßig eingerichteten kleinen Gastraum ohne Chichi löffelte ich eine herrlich schmeckende „Winterliche vegetarische Minestrone“ und bekam dazu sogar noch gratis etwas schmackhaftes Brot. Und das Ganze ohne Verwendung von künstlichen Zusatzstoffen, aber dafür frische Kräuter aus dem eigenen Garten. Das schmeckte man! Bei dem Winterwetter wird man dabei von innen wieder ganz warm und hat wieder Lust auf ein schönes Stück Torte!
Suppinger, Danckelmannstraße 30, 14059 Berlin-Charlottenburg, Frühstück Mo-Fr 07:00 – 11:00 + Mittagstisch 11:30 – 16:00 Uhr
Sonntag, 15. Dezember 2013
Märchenland
Sehr früher Sonntagmorgen. Zwei junge Frauen betreten den vom Schnee-griesel leicht eingepuderten, fast menschenleeren Charlottenburger Schlosspark: “Boah! Geil! Und noch keine Menschen da!” Ein einsamer Spaziergänger raunt ihnen zu: “Nur Elfen und Kobolde.”
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 15.12.2013 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Montag, 2. Dezember 2013
Fester! Fester!
Ja, Spandauer sind schon merkwürdige Menschen. Wenn sie zum Kurfürstendamm fahren, sagen sie: “Wir fahren nach Berlin.”, obwohl Spandau zum Verwaltungsbezirk Berlin gehört.
Mitten in der Spandauer Altstadt liegt die Konditorei Fester. Ein Oma-Café,
Ich wählte aus dem großen Tortenangebot die Amaretto-Torte, bei der ich leider nur einen Hauch Amarettogeschmack mehr ahnte als schmeckte. Außerdem war sie mir einen Tick zu süß, aber handwerklich perfekt (s. Fotos).
Das etwas angeranzte Siebziger Jahre Ambiente entschädigte mich für die kleinen Patzer. In den hippen Gegenden Berlins wäre das der coolste Laden und tätowierte schwäbelnde Latte-Macchiato-Mütter mit ihren hochaufgerüsteten High-Tech-Kinderwägen (die sie rücksichtslos wie Panzer benutzen) hätten ihn schon längst für sich okkupiert. Während der Trend von modernen Coffeeshops wieder zurück zum Oma-Café geht, hat die Konditorei Fester alle Trends ausgelassen und ist das geblieben, was es schon immer war – ein Oma-Café.
Mittwoch, 20. November 2013
Sonntag, 27. Oktober 2013
Mangelerscheinung
Mittwochnachmittag in einem Café in der Kreuzberger Bergmannstraße. Eine junge Mutter mit zwei Kindern kommt gestresst herein, wo schon zwei andere Mütter ungeduldig warten. Sie sagt: “Ich glaube, ich habe eine Schlafstörung – und die heißt ‘Kinder’.”
Zug verpasst
Dienstagnachmittag im Charlottenburger Schlosspark. Vom Himmel ertönt das Trompeten der nach Süden ziehenden Kraniche. Sagt ein Mann wehmütig zu seinem Begleiter: “Alle hauen sie ab – nur wir müssen hier bleiben.”
Diese beiden, von mir persönlich erlebten und aufgeschriebenen Geschichten, erschienen am 27.10.2013 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 6. Oktober 2013
Serviervorschlag
Mittwoch, an einer Kneipe in der Kreuzberger Yorckstraße hängt ein Schild: “Königsberger Klopse mit Rote Bete und Salzkartoffeln, 9,80, dazu empfehlen wir Instagram mit dem Amaro- oder 1977-Filter.”
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 6.10.2013 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Donnerstag, 3. Oktober 2013
Waldorf Salat
Obwohl das Romanische Café im Waldorf Astoria eine innen-architektonische Geschmacksverirrung ist (ich berichtete darüber), aß ich dort Anfang des Jahres vorzügliche kleine Törtchen, die ich auf jeden Fall wieder probieren wollte. Doch, oh Schreck, ich fand heute leider nur gewöhnliche Torten vor. Ich setzte mich also voller böser Vorahnungen an einen Tisch.
Der Kuchen schmeckte nach einem Stück Pappe, in dem einmal vor langer Zeit minderwertige Schokolade eingepackt war und die Ummantelung bestand aus Billigmarzipan vom Konditorengroßhandel. Nun hatte ich den Salat! Kein schöner Nachmittag bei einem Großgenuss eines Petit Fours, bei dem ich meinen Gedanken nachhängen konnte. In dem Augenblick, als ich mich beschweren wollte, eilte lächelnd ein Kellner heran und ich wurde von ihm als "der Tortengraf aus dem Fernsehen" erkannt. Er hörte sich meine Kritik freundlich und verständnisvoll an, entschuldigte sich dafür und gelobte Besserung. Da die Petit Fours nicht so gut liefen, bekommt das Romanische Café nun von einer Konditorei (einer mittelmäßigen, deren Namen ich hier nicht nennen möchte) von außerhalb die Torten und den Kuchen geliefert, erfuhr ich von ihm. Dann stand ich auf und machte das, was der Kuchen zuvor gemacht hatte: Ich verkrümelte mich.
Sonntag, 29. September 2013
Jungbrunnen
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 29.09.2013 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Dienstag, 24. September 2013
Rettet die Romantik!
Wie schön war es früher, mit der Bahn zu reisen. Man wurde von seinen Lieben zum Bahnhof gebracht, die sich selbstverständlich eine Bahnsteigkarte für 20 Pfennige kaufen mussten, suchte sich sein Zugabteil und stand dann solange plaudernd am offenen Abteilfenster, bis der Zug sich schnaubend und ächzend in Bewegung setzte. Man winkte sich gegenseitig durch den weißen Dampf der Lokomotive mit Stofftaschentüchern so lange zu, bis sie nicht mehr zu sehen waren. Dann schloss man das Zugfenster, zog man sich aus einer hübsch gestalteten Zigarettenschachtel (ohne Krebswarnhinweis, siehe Foto) eine Zigarette, steckte sie sich genüsslich an und schaute melancholisch rauchend der vorbeiflitzenden Landschaft zu. Ende! Aus! Vorbei! Heute können die Zugfenster nicht mehr geöffnet werden und von außen hindurchschauen geht auch nicht mehr.
Diese Gedankenlosigkeit zieht sich durch alle Bereiche. Zum Beispiel Restaurantbesitzer, die es erlauben, dass ihre Gäste in hässlicher und unpassender Funktionskleidung von Jack Wolfskin (und ähnlich unerträglichen Firmen), mit schmutzigen Turnschuhen an den Füßen, unrasiert an ihren weißgedeckten Tischen herumlümmeln - von einer Krawatte ganz zu schweigen. Gute Kleidung hat etwas mit Wertschätzung zu tun. Wenn man seine liebe Tante besucht, geht man ja auch nicht in der Unterhose dort hin. Dasselbe gilt natürlich auch für Theateraufführungen.
Dann die Nachrichtenüberflutung – ich will nicht 24 Stunden am Tag aus meinen Träumen gerissen werden, weil gerade in China eine Überschwemmungskatastrophe mit 20 toten Rindern stattfindet (so traurig wie das auch ist) – aber ändern kann ich es sowieso nicht. Sobald ein Bundesminister das Zipperlein hat, wird flugs ein „Brennpunkt“ mit wichtig guckenden Moderatoren ins Fernsehprogramm genommen. Es nervt einfach und die Nachrichtenagenturen verdienen sich daran goldene Nasen. Katastrophen gab es schon, seit es Menschen gibt, nur dass sie es nicht immer erfuhren, wenn am anderen Ende der Welt etwas passierte. Und das war auch gut so! Denn kein Mensch kann so viele Katastrophenmeldungen verarbeiten.
An den Tankstellen gab es noch höfliche uniformierte Tankwarte, die nicht nur das Auto betankten, sondern auch die Scheiben säuberten und nach dem Reifenluftdruck schauten. Heute sind Tankstellen zu überteuerten Supermärkten verkommen, in denen der mittelalte Gouda ein Benzinaroma hat. Und wenn man mal eine fachspezifische Frage zum Thema Auto an das Tankstellenpersonal hat, wird man mit Schafsblick angeschaut, als hätte man gefragt: „Wäre es nicht adäquat, den Usus heterogener Termini zu minimieren?“
Die Liste könnte man endlos fortsetzen: Heute wird Zitronensaft mit künstlichem Aroma hergestellt und Spülmittel mit echten Zitronen. Und in jeder Schule gibt es heute Schulpsychologen, die den Kindern Tabletten gegen übermäßige Lebhaftigkeit oder Trägheit verschreiben. Früher gab’s einen Schlag in den Nacken und der Fall war erledigt. Mit Fotoapparaten wurde NUR fotografiert und nicht telefoniert, Blutdruck gemessen und Pizza bestellt. Und so weiter, und so weiter…
Natürlich bin ich für den Fortschritt. Ich möchte nicht noch in der Postkutsche reisen müssen, schreibe lieber Emails als Briefe und will mein iPhone auch nicht mehr missen. Und gegen prügelnde Lehrer (die ich noch selbst erlebt habe) bin ich auch. Aber was mich stört, dass Dinge am Menschen vorbei gemacht werden, um nur eines zu erreichen: Gewinnmaximierung. Wo soll das nur alles enden? Hier ein Aufruf an alle Entscheidungsträger: Bei aller Geldgier – vergesst bitte die Romantik nicht!
Sonntag, 8. September 2013
Montag, 5. August 2013
Die Katze im Sack und ein Biotörtchen
Als ich in das Café kam, suchte ich vergeblich die Kuchentheke. Eine Bedienung fragte ich nach den Torten, doch sie antwortete freundlich und mit russischem Akzent: „Unsere Torten sind alle in der Küche.“ Da stehen sie gut, dachte ich.
Das ist leider eine weit verbreitete Marotte in Berlin, dass Kuchen und Torten in der Küche aufbewahrt werden und man die Katze im Sack kaufen muss. Das ist kulturlos. Ein Autoverkäufer würde nicht ein einziges Auto verkaufen, wenn er dem Kaufinteressierten sagen würde: „Unsere Autos stehen alle hinten in der Küche – aber da dürfen Sie nicht rein.“
Ich verließ schlecht gelaunt das kulturlose Café und radelte die Westfälische Straße hinunter und als ich ein kleines verträumtes Café namens "Biokonditorei Tillmann" entdeckte, war meine schlechte Laune schnell verflogen. Dort verzehrte ich ein, vorher an einem richtigen Kuchenbuffet (!) ausgesucht, Bio-Heidelbeertörtchen (s. Foto oben) mit herrlich mürben Tortenboden. Es war Liebe auf den ersten Blick! Na bitte, geht doch!
Park Café Berlin, Fehrbelliner Platz, Berlin-Wilmersdorf
Park Café Berlin, Fehrbelliner Platz, Berlin-Wilmersdorf
BioKonditorei Tillmann, Westfälische Straße 41, 10711 Berlin-Wilmersdorf
Sonntag, 28. Juli 2013
HEISSE SPUR
Donnerstagnachmittag am Lietzensee. Der Besuch erzählt, dass er sein Berlin-Wissen über die Krimireihe “Wolffs Revier” bezogen hat. In diesem Augenblick läuft der Hauptdarsteller Jürgen Heinrich mit seinem Hund vorbei…
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 28.07.2013 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Samstag, 27. Juli 2013
NANU?
Tante Hedwig in versunkener Betrachtung der hervorragenden Mohn-Johannisbeer-Torte von der Frau Bäckerin auf der schattigen Gartenterrasse in der Villa Oppenheim.
Frau Bäckerin in der Villa Oppenheim, Schloßstr. 55, 14059 Berlin
Frau Bäckerin in der Villa Oppenheim, Schloßstr. 55, 14059 Berlin
Sonntag, 21. Juli 2013
BERLIN AM MEER
Samstagabend im Bus M45. Der Busfahrer fährt derartig ruppig, dass alle Fahrgäste hin- und hergeschüttelt werden. Da singt ein Mann leise vor sich hin: “Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön…”
TROCKEN
Sonntagnachmittag vor der Terrasse einer Konditorei in der Reichsstraße läuft ein älteres Ehepaar vorbei. Die Frau bleibt kurz stehen, schaut in Richtung Café und fragt ihren Mann: “Haste Kaffeedurst?” Der Mann schüttelt seinen Kopf und antwortet: “Nicht die Bohne!”
Diese von mir persönlich erlebten und aufgeschriebenen Geschichten, erschienen am 21.07.2013 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Freitag, 19. Juli 2013
Abonnieren
Posts (Atom)