Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 30.11.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 30. November 2014
SPORTLICH
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 30.11.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
NOSTALGIE
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 30.11.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 23. November 2014
Sonntag, 16. November 2014
ZUNGENBRECHER
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 16.11.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 9. November 2014
AUF DIE OHREN
Sonntag, 2. November 2014
DEHNBAR
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 02.11.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 19. Oktober 2014
GROBER SCHNITZER
| Pauline Stolze, Henry de Winter (Foto: ©Lo Graf von Blickensdorf) |
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 19.10.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Mittwoch, 15. Oktober 2014
Ab durch die Mitte
Wenn die Torte nicht zu mir kommt, gehe ich eben zu der Torte, dachte ich und stieg in die U-Bahn. Ich hatte morgens früh geduscht. Ich vergaß, dass man dann in der U-Bahn negativ auffällt. Vor mir saß eine alterslose Frau voller Akne-Pickel im Gesicht, die mit der einen Hand ein Laptop auf den Knien bediente und mit der anderen Hand einen stinkenden Döner aß, aus dem ein Teil sich auf Sitz und Fußboden verteilte. Zwischen meinen Beinen rollte scheppernd eine leere Bierdose hin und her. Ich
nahm schalen Biergeruch wahr. Neben mir saß ein Rapper mit hässlicher Bushido-Frisur Kopfhörern, aus denen schrille Geräusche kamen. Seine Geruchsaura bestand aus einer Mischung aus Schweiß, Sperma und Red Bull. Eine Sitzreihe weiter saß ein südeuropäisch aussehender junger Mann mit Basecap, der sich gedankenverloren mit einem Nagelknipser die Fingernägel pedikürte.
Zu allem Überfluss setzte sich eine blondierte Mittdreißigerin noch zu uns, die eine aufdringliche Parfümwolke vor sich hertrug, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Iiiihhh … Dicounter-Parfüm! Müssen die sich dann auch noch darin marinieren? Summa summarum: Ich passte hier nicht rein. U-Bahn fahren ist reine Körperverletzung. Beim Aussteigen drängelte sich ein Mann an mir vorbei, der wie zehn volle Aschenbecher stank. Auf dem U-Bahnhof roch es überall nach alten Turnschuhen und Pisse. Angeekelt machte ich, dass ich weg kam.
Zu allem Überfluss setzte sich eine blondierte Mittdreißigerin noch zu uns, die eine aufdringliche Parfümwolke vor sich hertrug, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Iiiihhh … Dicounter-Parfüm! Müssen die sich dann auch noch darin marinieren? Summa summarum: Ich passte hier nicht rein. U-Bahn fahren ist reine Körperverletzung. Beim Aussteigen drängelte sich ein Mann an mir vorbei, der wie zehn volle Aschenbecher stank. Auf dem U-Bahnhof roch es überall nach alten Turnschuhen und Pisse. Angeekelt machte ich, dass ich weg kam.
Vom U-Bahnhof Weinmeisterstraße ist es nur noch ein Rumkugelwurf bis zum Kaffeemitte, dass sich in einem alten DDR-Plattenbau puristisch eingerichtet hat. An den Tischen saßen vollbärtige Hipster mit Klapprechnern, die still vor sich hin hipsterten. Zwei tätowierte Frauen kamen plappernd herein, mit Handtaschen, die so groß waren, dass mir nicht ganz klar war, wer eigentlich wen trägt. Man hätte den Hausrat meiner Zweizimmerwohnung locker darin verstauen können, plus Toaster. Wenn man da eine volle Mülltüte reintut, findet man sie nie wieder. Praktisch eigentlich. Sie holten ebenfalls ihre Klapprechner heraus und abrupt erstarb das Plappern und ihre Gesichter wurden plötzlich von den Monitoren in bläuliches Licht gehüllt, so dass sie beim Casting für einen Tatort als Leiche in der Pathologie bestimmt den ersten Platz gemacht hätten.
Ich hatte mir ein Stück „Lemon-Bars“ (auf deutsch: Zitronen-Schnitte) an der Theke geholt und verzehrte es genüsslich. Es schmeckte sehr angenehm zitronig und am Puderzucker war nicht gespart worden. Endlich bekam ich den restlichen S-Bahn-„Duft“ aus der gräflichen Nase. Eigentlich eine glatte Zwei, aber für den englischen Namen gab es leider Punkteabzug. Undenkbar, dass in einem Café in Paris „Gâteau de crème de beurre“ einfach als „Buttercremetorte“ angeboten wird. Der Cappuccino bewegte sich erstaunlicherweise im höheren Geschmacksniveau. Kein Wunder, er stammt ja auch von der italienischen Kaffeerösterei Caffé Belardi.
Als ich daran dachte, dass ich mit der Stinkebahn gleich wieder in meine heimatlichen Gefilde fahren musste, wurde mir ganz schummrig. Nein, ich wollte diesen wunderbar zitronigen Duft in meiner Nase nicht gegen den Horror-Geruchs-Cocktail in der U-Bahn eintauschen und schnappte mir einen wohlriechenden Mini-Cooper von DriveNow und rauschte ab durch die Mitte.
Als ich daran dachte, dass ich mit der Stinkebahn gleich wieder in meine heimatlichen Gefilde fahren musste, wurde mir ganz schummrig. Nein, ich wollte diesen wunderbar zitronigen Duft in meiner Nase nicht gegen den Horror-Geruchs-Cocktail in der U-Bahn eintauschen und schnappte mir einen wohlriechenden Mini-Cooper von DriveNow und rauschte ab durch die Mitte.
KAFFEEMITTE, Weinmeisterstraße 9a, 10178 Berlin-Mitte
Sonntag, 12. Oktober 2014
ANGEZÄHLT
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 12.10.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 28. September 2014
KUNSTVERSTAND
Mittwoch, 24. September 2014
Genscher mit Torte oder Das Dessert des Jahres
Beim Kellner mit seinen exzellenten Manieren bestellte ich neben dem Törtchen noch einen Cappuccino und wollte gerade eine bequeme Sitzecke mit schweren Polstermöbeln ansteuern, als eine gutaussehende, sonnengebräunte 15-köpfige Männergruppe aus einem arabischen Land mit weißen Tüchern auf dem Kopf nebst knöchellangem weißen Gewändern meinen Weg kreuzte. Sofort kam in mir ein leichtes Gefühl von Kölner Karneval hoch. Ein sehr beeindruckender Anblick!
| Eine Torte unter der Decke? Nein - nur eine Lampe. |
Mit guter Laune verließ ich das berühmte Hotel und war heilfroh, dass ich den 87-Jährigen Herrn Genscher nicht so unglücklich umgelaufen habe, so dass er nicht zu Fall kam und sich nicht einen Oberschenkelhalsbruch zuzog. Womöglich wäre er dann hinterher daran verstorben. Nicht auszudenken! Dann wäre ich wahrscheinlich in die Geschichtsbücher eingegangen, als der Trottel, der die Schuld an dem Tod des ehemaligen Vizekanzlers und Außenminister hatte. Nein, das wollte ich nicht! Übrigens: der Name des Sängers ist mir bis heute nicht eingefallen. Dann war er wohl auch nicht so wichtig.
Sonntag, 21. September 2014
GUT GEHALTEN
| Die Künstlerin Joelle Meissner vor ihrer Interpretation der Tarot-Karte "Der Kaiser". |
Freitagabend in der Kanadischen Botschaft am PotsdamerPlatz. Einer der Sponsoren bietet einen Likör an und sagt: “Ich arbeite seit 30 Jahren im Nachtleben.” Daraufhin eine Dame: “Davon sieht man aber nichts.”
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 21.09.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 7. September 2014
HÖRT, HÖRT!
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 07.09.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Mittwoch, 3. September 2014
Er aß Aal und sie trank Tee
Ich lasse mich ja gerne bestechen, bevor ich eine Tortenrezension schreibe. Denn positiv schreibt es sich besser und man bekommt weniger Falten im Gesicht. Meine Bestechung war eine Karaffe Leitungswasser mit einem Minzezweig darin, die es gratis zum Cappuccino gab (siehe Foto oben). Das gefiel mir schon mal und machte gute Laune. Es gibt leider Bedienungen, die einen anschauen, als hätte man ihnen einen unsittlichen Antrag gemacht, wenn man um ein Glas Leitungswasser zum Kaffee bittet. Aber wo war ich? Ich bekam neulich von einer mir unbekannten Dame ein Visitenkärtchen einer Patisserie zugesteckt mit den Worten: „Da müssen Sie mal hin! Das ist was für Sie!“ Also radelte ich in den Osten, wo man als Westberliner eigentlich nicht so gerne hinfährt und besuchte die Patisserie „Du Bonheur“. Da ich des Französischen nicht mächtig bin, googelte ich etwas von „Glück“. Es ist mir unverständlich, dass man mitten
in Berlin einen Laden mit französischen Namen aufmacht. Als Nichtfranzose habe ich den Namen schnell wieder vergessen. Da lobe ich mir doch die Patisserie „Werkstatt der Süße“. Das ist authentisch und den Namen vergesse ich nie! Aber die Berliner werden auch das Wort schon klein kriegen. Schließlich hieß mal „Être peut-être“ (im Zweifel sein) und der Berliner machte daraus „etepetete“. Den einzigen Satz, den ich auf Französisch kann, lautet: Er aß Aal und sie trank Tee. Wenn man das ganz schnell hintereinander spricht, klingt es so, als spreche man fließend Französisch.
Ich wählte ein Törtchen namens „Dulcey“, (4 Euro). Es bestand aus einem hellen Schokoladenmousse, das auf einer Schicht Karamellcreme ruhte. Diese wiederum ruhte auf einem Mürbeteigboden, so dass alles wundervoll harmonierte. Die Krönung bildete eine hübsche Umrandung von gerösteten Haselnüssen. Das halbkugelförmige Törtchen glänzte derartig in der Septembersonne, als hätte es ein hochdekorierter Anstreichermeister mit Chinalack höchstpersönlich lackiert.
Während ich im Siebten Törtchenhimmel schwebte, riss mich etwas aus den Tortenträumen! Was war das? Irgendein Fremdkörper war in meinen Mund gelangt. Ich holte den Fremdkörper heraus. Es war ein Stück Pappe auf dem zu lesen war „DU BONHEUR“. Ich erkannte die Deko von dem Törtchen wieder. Ich hatte gedacht, dass das Schildchen, wie in anderen Konditoreien dieser Welt auch aus Schokolade oder Marzipan war. Nein, hier war es aus Pappe. Nicht von Pappe war dagegen das Törtchen. Ich genoss es bis zum letzten Zungenschlag. Ein Traum! Da kann ich der Patisserie… äh…, wie hieß sie noch mal? … ach ja, „Du Bonheur“ nur voller Glückseligkeit auf Französisch kontern: À la bonne heure!
Konditorei und Patisserie „Du Bonheur“, Brunnenstr. 39, 10115 Berlin-Mitte
Sonntag, 24. August 2014
KAPITULATION
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 24.08.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 17. August 2014
Generation Smartphone
Sonntagmorgen vor einer Bäckerei in Charlottenburg. Ein vierjähriger Junge läuft telefonierend vorbei und sagt lässig in sein Smartphone: "Und? Alles in Ordnung bei euch?"
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 17.08.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Samstag, 2. August 2014
Sein letztes Gedicht
An meine Süße
Hausgemachte Meistertorten
Findest du heut‘ allerorten.
Findest du heut‘ allerorten.
Auch nach allerfeinsten Kuchen
Musst du nicht mehr lange suchen:
Eierkuchen, Spritzgebäcke
Findest du an jeder Ecke.
Gedeckter Strudel, Krokant-Nuss
Guglhupf mit Zuckerguss
Schokotorte mit Baiser
Erdbeer-Rum mit Eierschnee
Süßer Likör. Trauben-Sahne
Stracciatella mit Banane
Karamell mit Flockenboden
frisch kandierte Hammelhoden
Kranz aus Frankfurt, mächtig stark
Rhabarber mit gequirltem Quark.
Gezupfter Kuchen mit Bisquit
Mürbeteig mit Kandissplit
Pistazien, Kokos, Marzipan
(Geheimrezept von Aga Khan)
Hollands echte Olliebollen
Tarts mit mit ganzen Ingwerknollen
Kosakenschnittchen mit Krokant
Marmorstriezel auf die Hand.
Allerfeinste petit four
Lieblingskuchen von Ben Hur.
Berliner, prall vor Marmelade
Zitronat und Orangeade
Mutzenmandeln, Eiserhörnchen
Weihnachtsplatz in Herzenförmchen.
Mandelsplitter, Blätterteich
heiße Kirschen, feucht und weich.
Tafelspitz… HALT! Ist kein Kuchen –
weitersuchen!
Herrencreme – nicht nur für Männer
Damenschoko für den Kenner
Buttercreme und Mangozipfel
schaumig feine Nougatgipfel
Kaiserschmarrn mit Rumrosinen
honigmilde Clementinen
fein gepritzte Nußmakronen
marinierte Röstmaronen
Blätterteig wie Schweineohren
Zuckerguss aus allen Poren
Streuselkuchen, Bienenstich –
aber einmal nur, da gibt es Dich!
(von Peter Grzan †)
Mittwoch, 30. Juli 2014
Peter Grzan †
Meine erste Begegnung mit Peter Grzan war 1978 in Münster. Ich leitete damals die Kneipengalerie Neuer Krug von Steffi Stephan, seines Zeichens Bassist bei Udo Lindenberg und Jovel-Betreiber, und stand nachts am Tresen, als Steffi zu mir kam und meinte, draußen auf dem Parkplatz warte jemand auf mich, der gerne in der Galerie ausstellen möchte. Da ich immer eine Wartezeit von einem Jahr hatte, war ich nicht sehr erfreut darüber. Die Galerie war nämlich immer total ausgebucht.
Doch leider gab es einen kleinen Wermutstropfen. Besonderes Highlight waren nämlich seine Wanderschuhe mit den Mercedessternen. Dummerweise wurden die Originalschuhe während der Ausstellung gestohlen. Der Dieb ließ dafür seine alten Turnschuhe zurück. Ich war sehr ärgerlich darüber, zumal die Ausstellung nicht versichert war. Kleinlaut überbrachte ich Pit die schlechte Nachricht und erwartete eine ärgerliche Reaktion von ihm. Doch weit gefehlt! Er war begeistert von der Vorstellung, dass nun jemand eventuell mit seinen Mercedesschuhen im Bus oder in der Straßenbahn fährt. Das entsprach seiner Vorstellung der Omnipräsenz von Kunst, losgelöst vom Museum. Die Welt ein einziger großer Kunstraum – SEIN großer Kunstraum.
Nach und nach kamen wir uns immer näher und langsam entstand eine richtige Freundschaft. Ich nannte ihn mittlerweile immer scherzhaft aber voller Respekt „den großen Tschaaan von Persien“ und besuchte ihn oft auf seinem Bauernkotten in Ramsdorf, wo er neben Katzen, Hühnern und Heidschnucken seine Kunst machte. Dort lebte er in seiner eigenen Welt, ließ ein dressiertes Huhn durch einen brennenden Reifen springen und päppelte ein vom Mutterschaf verstoßenes Lämmchen namens „Hörnchen“ mit der Milchflasche auf. Da Pit kein Fleisch aß, lebten seine Hühner so lange, bis sie eines natürlichen Todes starben und wurden dann auf dem Hühnerfriedhof hinter der alten Scheune mit Würde beerdigt.
Ich lernte einen lustigen und hilfsbereiten Menschen kennen, der mich immer mehr faszinierte. Als ich Pit einmal in Velen auf der Straße überraschte, wie er mit dem örtlichen Pfarrer ein, mit Bibelzitaten gespicktes, amüsant geführtes Streitgespräch führte, wunderte ich mich darüber, dass er so bibelfest war. Als ich ihn später unter vier Augen darauf ansprach, woher er denn so viele Bibelzitate auswendig kenne, winkte er ab und schmunzelte: „Ach, die habe ich mir eben alle nur ausgedacht.“
Er erheiterte mich immer wieder aufs Neue und brachte mich wie kein zweiter zum Lachen!
Als wir einmal auf einer vornehmen Künstlerparty in Hamburg-Blankenese waren und uns laut unterhielten und dabei ausgelassen lachten, kam jemand beschwichtigend auf uns zu und bat uns, etwas leiser zu sein, denn dort auf dem Sofa sitze der Herausgeber des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL „der große Rudolf Augstein“. Solch unterwürfiges Verhalten mochte der Große Tschaaan überhaupt nicht und rief deshalb laut in den Raum: „Was? Rudolf Augstein ist auch da? Ist ja großartig! Ich habe nämlich alle seine Filme gesehen!“
Oder ein anderes Mal besuchten wir eine Ausstellung, die uns beiden nicht sonderlich gefiel. Dort schrieb er in das Gästebuch: „Hervorragende Ausstellung – herzlichst Prinz Poldi von Hohenlohe“.
In „seinem“ Kunstverein ART’IG veranstaltete er zahlreiche Ausstellungen und Konzerte mit vielen bekannten und unbekannten Künstlern, u. a. mit Götz Alsmann, Josef Beuys, Ingo Insterburg, Thomas Kapielski, Johannes Grützke, Robert Gernhardt, Gottfried Helnwein, F.K. Waechter, Pigor & Eichhorn, Prof. Harry Kramer und Louisana Red, um nur einige zu nennen.
Wenn es mehr Personen vom Schlage Peter Grzans geben würde, sähe es in der Welt bestimmt etwas besser aus. Viele Menschen, insbesondere seine Schüler und auch Künstler aller Kategorien, haben Peter Grzans gesellschaftlichem, kulturellem und sozialem unkonventionellem Engagement sehr viel zu verdanken! Zu Recht bekam er auch dafür vom Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz.
Doch über allem stand sein außergewöhnlicher Humor! Niemand wird mich jemals wieder so zum Lachen bringen, wie der große Tschaaan von Persien!
Peter Grzan * 28.07.1951 - †15.07.2014
Sonntag, 20. Juli 2014
WUNSCH
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 20.07.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 13. Juli 2014
Fashion Week Berlin 2014
Sonntag, 29. Juni 2014
HEIMSPIEL
Donnerstag, 26. Juni 2014
Weltmeister-Törtchen
Sonntag, 22. Juni 2014
SCHLAGFERTIG
Montag, 16. Juni 2014
NICHT ZÜGIG GENUG
Mittwoch, 4. Juni 2014
Tortenkontrolle
Nachdem ich beim Hinausgehen die verlockensten süßen Kreationen in der Vitrine warten sah, denke ich, dass mir noch höchste Genüsse bevorstehen. Vielleicht gibt es dann auch anstatt Dessertgabeln richtige Tortengabeln?
Freitag, 30. Mai 2014
Meine Entdeckung in Ecuador
Ich war so fasziniert, dass ich durch meine Entzückung die Aufmerksamkeit meiner charmanten Tischnachbarinnen aus Ecuador auf mich zog. Lächelnd klärten sie mich auf: Tamarillo sind eigroße, tomatenähnliche Früchte, auch Baumtomaten genannt. Sie wurden schon vor Jahrhunderten von den Indios kultivert und zählen zu den Nachtschattengewächsen, sind entfernt verwandt mit den Tomaten und Kartoffeln, zählen allerdings zu den Früchten und nicht zum Gemüse. Sie schmecken süß-säuerlich und haben die Konsistenz einer reifen Frucht, die vergleichbar mit der von Pflaumen ist.
Die kleinen Vitaminbomben haben viel Vitamin C, Eisen, Cacium, Magnesium, Phosphor. Man kann man die Frucht zu süßen Desserts (s. Foto oben) oder salzigen Gerichten zugeben oder auch damit exotische Drinks mixen. Leider sind die Geschmacksbomben in Europa sehr teuer. Aber jetzt weiß ich, was ich bei meinem nächsten Besuch in Ecuador als erstes bestelle: Tamarillos!
Für mich war es auf jeden Fall eine Neuentdeckung, die mir gute Laune gemacht hat – und aus diesem Grunde mache ich es Roberto Blanco nach und singe mit etwas abgewandeltem Text: „Ich komm‘ zurück nach Tamarillos, denn mein Herz hängt an Tamarillos, schallala lala lalala...“
![]() |
| Seine Exzellenz der Botschafter von Ecuador, Jorge Jurado (rechts) |
Samstag, 3. Mai 2014
DR. NO
Samstagmittag vor dem Fischimbiss Rogacki in der Wilmersdorfer Straße. Zu einem alten Mann an den Tisch gesellt sich ein jüngeres Paar. Sofort fängt der alte Mann an, von seinen zahlreichen Krankheiten zu erzählen. Nach einer Weile sagt der junge Mann von dem Paar: “Könnten Sie nicht von etwas anderem erzählen? – Ich bin nämlich Arzt.”
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 27.04.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 27. April 2014
Öö là là
Sonntag, 6. April 2014
Unfreundliche Aushilfskräfte oder Warum ich die Himbeer-schnitte nicht essen konnte
Sie nahm nur widerwillig die Schnitte aus der Vitrine, als müsse sie sich von ihrem heißgeliebten Kanarienvogel trennen. Dann verpackte sie mit grimmigen Gesicht das Kuchenstück. Als ich ihr ein 2-
Euro-Stück über die Theke reichte, brüllte sie mich zu meiner Überraschung mit überschlagender Stimme im barschen Kasernenton an: “Hinlegen!” Häh? Hinlegen? Hier vor der Kuchentheke? Hatte ich etwa übersehen, dass wir hinterhältig von einem verspäteten StuKa aus dem 2. Weltkrieg angegriffen werden? Nein. Sie meinte meine 2-Euro-Münze, die ich ihr entgegenhielt. Als ich nicht schnell genug auf ihren Befehl reagierte, rief sie wiederholt: “Hinlegen!” Neugierig fragte ich sie freundlich, warum ich die Münze hinlegen solle, kam ihre ruppige Antwort: “Weil ick dit sage!”
Diese Filiale der oben genannten Bäckereikette ist mir schon öfters durch unhöfliches Benehmen negativ aufgefallen. So ist mir schon mehrmals das Wechselgeld an meiner geöffneten Hand vorbei auf den Verkaufstresen geknallt worden, so dass ich es mir mühsam Münze für Münze aufklauben musste. Was mit kurzgeschnittenen, gepflegten Fingernägeln gar nicht so einfach ist. Vielleicht sehe ich ja wie ein potentieller Überträger des Pfeifferschen Drüsenfiebers aus. Wer weiß?
Ein anderes Mal war ich Zeuge, wie ein junger Mann etwas forsch einen Cappuccino bestellen wollte. Darauf antwortete eine andere Aushilfskraft, die noch mit Brotschneiden beschäftigt war: “Einen Augenblick – wir springen sofort!” (s. dazu auch meinen Text links aus dem TAGESSPIEGEL)
Doch Moment, ich möchte hier nicht Witze über unterbezahlte und ausgebeutete Aushilfskräfte machen. Schuld daran sind die Unternehmen, die ihre Leute aus Geldgier schlecht bezahlen. “Gewinnmaximierung” wird das von den schnöseligen Managern verschönt genannt. Das ist aber falsch gerechnet. Dabei bleibt nämlich unter dem Strich: Man erhält billige Arbeit für billigen Lohn. Und das schlägt sich mittelfristig auf das Unternehmen und die “Gewinnmaximierung” nieder.
Als ich endlich zu Hause das Kuchenpaket öffnete, erlebte ich noch eine Überraschung. Nicht nur, dass die Himbeerschnitte bei normaler Beleuchtung ihre ganze Leuchtkraft eingebüßt hatte (Wird man etwa durch Spezialbeleuchtung als Kunde getäuscht?), sondern dass ich auch noch auf ihr ein unappetitlich langes Haar entdeckte! So blieb ihr der Weg in die Mülltonne, anstatt in den gräflichen Magen, nicht erspart.
Bäckerei Rösler (im REWE-Markt), Sophie-Charlotten-Straße 42, 14059 Berlin-Charlottenburg
Samstag, 5. April 2014
Globales Denken
Freitagnachmittag am Richard-Wagner-Platz in Charlottenburg. Zwei Fahrradfahrerinnen streiten sich lautstark darum, wer nun die Vorfahrt habe. Da sagt die jüngere zur älteren: "Egal - die Welt ist für alle da!"
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 6.04.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
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