Dienstag, 27. Januar 2015
Dienstag, 2. Dezember 2014
Jubelgraf
Wenn man durch den ungepflegten S-Bahnhof Greifswalder Straße geht und auf die Straße tritt, ist Berlin ganz arm und unsexy. Menschen mit grauen Gesichtern und ebensolcher Kleidung hetzen an einem vorbei und bei der Kälte sieht man ihren regelmäßig ausstoßenden Atemhauch, nur unterbrochen von stakkatoartigem Husten.
Überall sieht man Billigkauf- und Fastfoodketten und ein Imbiss der „Lecker & Satt“ heißt. Fehlt nur noch die Kneipe „Saufen & Lallen“, denke ich. Von weiter Ferne blinkt mir
nervös der Fernsehturm durch das triste Herbstgrau entgegen, als wolle er mich zum umkehren bewegen.
Doch ich lasse mich von ihm nicht ins Bockshorn jagen und promeniere neugierig die Greifswalder Straße in südlicher Richtung herunter, vorbei an tristen Häusern und dem ungepflegten Ernst-Thälmann-Park mit seinem gleichnamigen Denkmal, das über und über mit schlecht gemachten Graffitos übersät ist. Hier möchte man noch nicht mal seinen räudigen Hamster begraben. Überall verwaiste Dauerbaustellen und unansehnliche Plattenbauten aus der ehemaligen DDR im Waschbeton-Look. Und hin und wieder entdecke ich längst ausgestorben geglaubte Videotheken. Wahrscheinlich besitzen die Bewohner hier noch Videorekorder, die so groß wie Tiefkühltruhen sind, in die sie lexikongroße VHS-Kassetten schieben, um sich in grauen Trainingsanzügen Made in GDR und sich literweise Ost-Cola hineinschüttend, Filme wie „Die Olsen-Bande - alle Folgen“ oder die Shows von „Ein Kessel Buntes – Best of“ reinzuziehen. Weil ihnen nämlich niemand gesagt hat, dass Deutschland inzwischen wiedervereinigt ist und es mittlerweile das Internet gibt.
Doch ich lasse mich von ihm nicht ins Bockshorn jagen und promeniere neugierig die Greifswalder Straße in südlicher Richtung herunter, vorbei an tristen Häusern und dem ungepflegten Ernst-Thälmann-Park mit seinem gleichnamigen Denkmal, das über und über mit schlecht gemachten Graffitos übersät ist. Hier möchte man noch nicht mal seinen räudigen Hamster begraben. Überall verwaiste Dauerbaustellen und unansehnliche Plattenbauten aus der ehemaligen DDR im Waschbeton-Look. Und hin und wieder entdecke ich längst ausgestorben geglaubte Videotheken. Wahrscheinlich besitzen die Bewohner hier noch Videorekorder, die so groß wie Tiefkühltruhen sind, in die sie lexikongroße VHS-Kassetten schieben, um sich in grauen Trainingsanzügen Made in GDR und sich literweise Ost-Cola hineinschüttend, Filme wie „Die Olsen-Bande - alle Folgen“ oder die Shows von „Ein Kessel Buntes – Best of“ reinzuziehen. Weil ihnen nämlich niemand gesagt hat, dass Deutschland inzwischen wiedervereinigt ist und es mittlerweile das Internet gibt.
Direkt gegenüber von Ernst Thälmanns verschmiertem Denkmal befindet sich der „Schnitzel-König“ mit XXL-Schnitzeln so groß wie Autoreifen und DDR-„Spezialitäten“ wie „Würzfleisch“, „Schopska-Salat“ und „Soljanka“, die hoffentlich nicht so alt wie die Wiedervereinigung sind und eigentlich ins Museum müssten.
Doch sobald man die Danziger Straße überquert hat, ändert sich wie durch Zauberhand das Stadtbild. Hipsterläden aller Art fallen einem ins Auge und die ersten, um 14 Uhr gerade aufgestanden Gothic-Hipster in
schwarzen Fledermaus-Mänteln und bleichen Gesichtern, kommen mir mit dampfenden Togo-Kaffee-Bechern in den dünnen Tattoo-Fingern entgegen.
Als ich links in die Hufelandstraße einbiege, fällt mir ein unscheinbarer Schriftzug einer Patisserie ins tortengeschulte Auge: „Jubel“. Komischer Name für eine Patisserie, denke ich und trete gespannt ein. Drinnen fällt mir sofort die geschmackvolle bauhausige Einrichtung mit pastelligen Fliesen (s. Foto Mitte) einer ehemaligen Fleischerei an der Wand positiv auf. Ich setze mich an einen schönen Tisch direkt am Fenster und beobachte amüsiert draußen auf der Straße zwei verfrorene Männer vom Ordnungsamt mit roten Nasen, die mit klammen Fingern Falschparker aufschreiben.
Nach mir kommen zwei männliche Hipster mit Schnauzbärten, wie ihn Folklore-Sänger Scott McKenzie in den 60igern trug. Ich wähle dreierlei Petit Fours (3,50 €, s. Foto oben) und bekomme von der freundlichen Bedienung den gutgemeinten Rat, in welcher Reihenfolge man sie am besten essen sollte (auf dem Foto oben von rechts nach links). Und sie hatte Recht! Zum ersten Mal bekam ich eine fachgerechte Tortenberatung! Dadurch erhielt ich das optimale Geschmackserlebnis. Die männlichen Hipster werden nach einer Weile von zwei weiblichen Hipstern mit bunten Hipstermützen abgelöst. Doch da schwebe ich schon im Siebenten Tortenhimmel und meine verwöhnten Geschmackspapillen jubeln so laut, dass ich Angst habe, dass die beiden weiblichen Hipster, die sich zwei Tische weiter gesetzt haben, können auf mich aufmerksam werden.
Zum guten Schluss gibt es noch einen Miniaturzimtschokokuss (s. Foto unten) auf Kosten des Hauses (keine Bestechung, denn ich habe mich nicht als Tortengraf zu erkennen gegeben, denn ich trug zur Tarnung einen schwarzen Gothic-Fledermaus-Mantel, eine bunte Hipster-Mütze mit lustigen Bommeln und einen angeklebten Scott-McKenzie-Schnauzbart. Nein! Natürlich nicht! Kleiner Scherz des Autors dieser Zeilen).
Der Miniaturzimtschokokuss gab mir den Rest, selbst meine hintersten Geschmacksknospen wurden nun auch noch wach und feierten Jahrmarkt und ich wusste endlich, wie die Pâtisserie auf ihren komischen Namen kam: weil sie sogar einen Tortengraf zum Jubeln bringen kann!
Der Miniaturzimtschokokuss gab mir den Rest, selbst meine hintersten Geschmacksknospen wurden nun auch noch wach und feierten Jahrmarkt und ich wusste endlich, wie die Pâtisserie auf ihren komischen Namen kam: weil sie sogar einen Tortengraf zum Jubeln bringen kann!
Jubel - feine Pâtisserie, Hufelandstraße 10, 10407 Berlin
Sonntag, 30. November 2014
SPORTLICH
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 30.11.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
NOSTALGIE
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 30.11.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 23. November 2014
Sonntag, 16. November 2014
ZUNGENBRECHER
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 16.11.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 9. November 2014
AUF DIE OHREN
Sonntag, 2. November 2014
DEHNBAR
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 02.11.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 19. Oktober 2014
GROBER SCHNITZER
| Pauline Stolze, Henry de Winter (Foto: ©Lo Graf von Blickensdorf) |
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 19.10.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Mittwoch, 15. Oktober 2014
Ab durch die Mitte
Wenn die Torte nicht zu mir kommt, gehe ich eben zu der Torte, dachte ich und stieg in die U-Bahn. Ich hatte morgens früh geduscht. Ich vergaß, dass man dann in der U-Bahn negativ auffällt. Vor mir saß eine alterslose Frau voller Akne-Pickel im Gesicht, die mit der einen Hand ein Laptop auf den Knien bediente und mit der anderen Hand einen stinkenden Döner aß, aus dem ein Teil sich auf Sitz und Fußboden verteilte. Zwischen meinen Beinen rollte scheppernd eine leere Bierdose hin und her. Ich
nahm schalen Biergeruch wahr. Neben mir saß ein Rapper mit hässlicher Bushido-Frisur Kopfhörern, aus denen schrille Geräusche kamen. Seine Geruchsaura bestand aus einer Mischung aus Schweiß, Sperma und Red Bull. Eine Sitzreihe weiter saß ein südeuropäisch aussehender junger Mann mit Basecap, der sich gedankenverloren mit einem Nagelknipser die Fingernägel pedikürte.
Zu allem Überfluss setzte sich eine blondierte Mittdreißigerin noch zu uns, die eine aufdringliche Parfümwolke vor sich hertrug, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Iiiihhh … Dicounter-Parfüm! Müssen die sich dann auch noch darin marinieren? Summa summarum: Ich passte hier nicht rein. U-Bahn fahren ist reine Körperverletzung. Beim Aussteigen drängelte sich ein Mann an mir vorbei, der wie zehn volle Aschenbecher stank. Auf dem U-Bahnhof roch es überall nach alten Turnschuhen und Pisse. Angeekelt machte ich, dass ich weg kam.
Zu allem Überfluss setzte sich eine blondierte Mittdreißigerin noch zu uns, die eine aufdringliche Parfümwolke vor sich hertrug, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Iiiihhh … Dicounter-Parfüm! Müssen die sich dann auch noch darin marinieren? Summa summarum: Ich passte hier nicht rein. U-Bahn fahren ist reine Körperverletzung. Beim Aussteigen drängelte sich ein Mann an mir vorbei, der wie zehn volle Aschenbecher stank. Auf dem U-Bahnhof roch es überall nach alten Turnschuhen und Pisse. Angeekelt machte ich, dass ich weg kam.
Vom U-Bahnhof Weinmeisterstraße ist es nur noch ein Rumkugelwurf bis zum Kaffeemitte, dass sich in einem alten DDR-Plattenbau puristisch eingerichtet hat. An den Tischen saßen vollbärtige Hipster mit Klapprechnern, die still vor sich hin hipsterten. Zwei tätowierte Frauen kamen plappernd herein, mit Handtaschen, die so groß waren, dass mir nicht ganz klar war, wer eigentlich wen trägt. Man hätte den Hausrat meiner Zweizimmerwohnung locker darin verstauen können, plus Toaster. Wenn man da eine volle Mülltüte reintut, findet man sie nie wieder. Praktisch eigentlich. Sie holten ebenfalls ihre Klapprechner heraus und abrupt erstarb das Plappern und ihre Gesichter wurden plötzlich von den Monitoren in bläuliches Licht gehüllt, so dass sie beim Casting für einen Tatort als Leiche in der Pathologie bestimmt den ersten Platz gemacht hätten.
Ich hatte mir ein Stück „Lemon-Bars“ (auf deutsch: Zitronen-Schnitte) an der Theke geholt und verzehrte es genüsslich. Es schmeckte sehr angenehm zitronig und am Puderzucker war nicht gespart worden. Endlich bekam ich den restlichen S-Bahn-„Duft“ aus der gräflichen Nase. Eigentlich eine glatte Zwei, aber für den englischen Namen gab es leider Punkteabzug. Undenkbar, dass in einem Café in Paris „Gâteau de crème de beurre“ einfach als „Buttercremetorte“ angeboten wird. Der Cappuccino bewegte sich erstaunlicherweise im höheren Geschmacksniveau. Kein Wunder, er stammt ja auch von der italienischen Kaffeerösterei Caffé Belardi.
Als ich daran dachte, dass ich mit der Stinkebahn gleich wieder in meine heimatlichen Gefilde fahren musste, wurde mir ganz schummrig. Nein, ich wollte diesen wunderbar zitronigen Duft in meiner Nase nicht gegen den Horror-Geruchs-Cocktail in der U-Bahn eintauschen und schnappte mir einen wohlriechenden Mini-Cooper von DriveNow und rauschte ab durch die Mitte.
Als ich daran dachte, dass ich mit der Stinkebahn gleich wieder in meine heimatlichen Gefilde fahren musste, wurde mir ganz schummrig. Nein, ich wollte diesen wunderbar zitronigen Duft in meiner Nase nicht gegen den Horror-Geruchs-Cocktail in der U-Bahn eintauschen und schnappte mir einen wohlriechenden Mini-Cooper von DriveNow und rauschte ab durch die Mitte.
KAFFEEMITTE, Weinmeisterstraße 9a, 10178 Berlin-Mitte
Sonntag, 12. Oktober 2014
ANGEZÄHLT
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 12.10.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 28. September 2014
KUNSTVERSTAND
Mittwoch, 24. September 2014
Genscher mit Torte oder Das Dessert des Jahres
Beim Kellner mit seinen exzellenten Manieren bestellte ich neben dem Törtchen noch einen Cappuccino und wollte gerade eine bequeme Sitzecke mit schweren Polstermöbeln ansteuern, als eine gutaussehende, sonnengebräunte 15-köpfige Männergruppe aus einem arabischen Land mit weißen Tüchern auf dem Kopf nebst knöchellangem weißen Gewändern meinen Weg kreuzte. Sofort kam in mir ein leichtes Gefühl von Kölner Karneval hoch. Ein sehr beeindruckender Anblick!
| Eine Torte unter der Decke? Nein - nur eine Lampe. |
Mit guter Laune verließ ich das berühmte Hotel und war heilfroh, dass ich den 87-Jährigen Herrn Genscher nicht so unglücklich umgelaufen habe, so dass er nicht zu Fall kam und sich nicht einen Oberschenkelhalsbruch zuzog. Womöglich wäre er dann hinterher daran verstorben. Nicht auszudenken! Dann wäre ich wahrscheinlich in die Geschichtsbücher eingegangen, als der Trottel, der die Schuld an dem Tod des ehemaligen Vizekanzlers und Außenminister hatte. Nein, das wollte ich nicht! Übrigens: der Name des Sängers ist mir bis heute nicht eingefallen. Dann war er wohl auch nicht so wichtig.
Sonntag, 21. September 2014
GUT GEHALTEN
| Die Künstlerin Joelle Meissner vor ihrer Interpretation der Tarot-Karte "Der Kaiser". |
Freitagabend in der Kanadischen Botschaft am PotsdamerPlatz. Einer der Sponsoren bietet einen Likör an und sagt: “Ich arbeite seit 30 Jahren im Nachtleben.” Daraufhin eine Dame: “Davon sieht man aber nichts.”
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 21.09.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 7. September 2014
HÖRT, HÖRT!
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 07.09.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Mittwoch, 3. September 2014
Er aß Aal und sie trank Tee
Ich lasse mich ja gerne bestechen, bevor ich eine Tortenrezension schreibe. Denn positiv schreibt es sich besser und man bekommt weniger Falten im Gesicht. Meine Bestechung war eine Karaffe Leitungswasser mit einem Minzezweig darin, die es gratis zum Cappuccino gab (siehe Foto oben). Das gefiel mir schon mal und machte gute Laune. Es gibt leider Bedienungen, die einen anschauen, als hätte man ihnen einen unsittlichen Antrag gemacht, wenn man um ein Glas Leitungswasser zum Kaffee bittet. Aber wo war ich? Ich bekam neulich von einer mir unbekannten Dame ein Visitenkärtchen einer Patisserie zugesteckt mit den Worten: „Da müssen Sie mal hin! Das ist was für Sie!“ Also radelte ich in den Osten, wo man als Westberliner eigentlich nicht so gerne hinfährt und besuchte die Patisserie „Du Bonheur“. Da ich des Französischen nicht mächtig bin, googelte ich etwas von „Glück“. Es ist mir unverständlich, dass man mitten
in Berlin einen Laden mit französischen Namen aufmacht. Als Nichtfranzose habe ich den Namen schnell wieder vergessen. Da lobe ich mir doch die Patisserie „Werkstatt der Süße“. Das ist authentisch und den Namen vergesse ich nie! Aber die Berliner werden auch das Wort schon klein kriegen. Schließlich hieß mal „Être peut-être“ (im Zweifel sein) und der Berliner machte daraus „etepetete“. Den einzigen Satz, den ich auf Französisch kann, lautet: Er aß Aal und sie trank Tee. Wenn man das ganz schnell hintereinander spricht, klingt es so, als spreche man fließend Französisch.
Ich wählte ein Törtchen namens „Dulcey“, (4 Euro). Es bestand aus einem hellen Schokoladenmousse, das auf einer Schicht Karamellcreme ruhte. Diese wiederum ruhte auf einem Mürbeteigboden, so dass alles wundervoll harmonierte. Die Krönung bildete eine hübsche Umrandung von gerösteten Haselnüssen. Das halbkugelförmige Törtchen glänzte derartig in der Septembersonne, als hätte es ein hochdekorierter Anstreichermeister mit Chinalack höchstpersönlich lackiert.
Während ich im Siebten Törtchenhimmel schwebte, riss mich etwas aus den Tortenträumen! Was war das? Irgendein Fremdkörper war in meinen Mund gelangt. Ich holte den Fremdkörper heraus. Es war ein Stück Pappe auf dem zu lesen war „DU BONHEUR“. Ich erkannte die Deko von dem Törtchen wieder. Ich hatte gedacht, dass das Schildchen, wie in anderen Konditoreien dieser Welt auch aus Schokolade oder Marzipan war. Nein, hier war es aus Pappe. Nicht von Pappe war dagegen das Törtchen. Ich genoss es bis zum letzten Zungenschlag. Ein Traum! Da kann ich der Patisserie… äh…, wie hieß sie noch mal? … ach ja, „Du Bonheur“ nur voller Glückseligkeit auf Französisch kontern: À la bonne heure!
Konditorei und Patisserie „Du Bonheur“, Brunnenstr. 39, 10115 Berlin-Mitte
Sonntag, 24. August 2014
KAPITULATION
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 24.08.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Sonntag, 17. August 2014
Generation Smartphone
Sonntagmorgen vor einer Bäckerei in Charlottenburg. Ein vierjähriger Junge läuft telefonierend vorbei und sagt lässig in sein Smartphone: "Und? Alles in Ordnung bei euch?"
Diese von mir persönlich erlebte und aufgeschriebene Geschichte, erschien am 17.08.2014 auch im Berliner TAGESSPIEGEL in der Sonntagsbeilage unter der Rubrik "Berliner Liste".
Samstag, 2. August 2014
Sein letztes Gedicht
An meine Süße
Hausgemachte Meistertorten
Findest du heut‘ allerorten.
Findest du heut‘ allerorten.
Auch nach allerfeinsten Kuchen
Musst du nicht mehr lange suchen:
Eierkuchen, Spritzgebäcke
Findest du an jeder Ecke.
Gedeckter Strudel, Krokant-Nuss
Guglhupf mit Zuckerguss
Schokotorte mit Baiser
Erdbeer-Rum mit Eierschnee
Süßer Likör. Trauben-Sahne
Stracciatella mit Banane
Karamell mit Flockenboden
frisch kandierte Hammelhoden
Kranz aus Frankfurt, mächtig stark
Rhabarber mit gequirltem Quark.
Gezupfter Kuchen mit Bisquit
Mürbeteig mit Kandissplit
Pistazien, Kokos, Marzipan
(Geheimrezept von Aga Khan)
Hollands echte Olliebollen
Tarts mit mit ganzen Ingwerknollen
Kosakenschnittchen mit Krokant
Marmorstriezel auf die Hand.
Allerfeinste petit four
Lieblingskuchen von Ben Hur.
Berliner, prall vor Marmelade
Zitronat und Orangeade
Mutzenmandeln, Eiserhörnchen
Weihnachtsplatz in Herzenförmchen.
Mandelsplitter, Blätterteich
heiße Kirschen, feucht und weich.
Tafelspitz… HALT! Ist kein Kuchen –
weitersuchen!
Herrencreme – nicht nur für Männer
Damenschoko für den Kenner
Buttercreme und Mangozipfel
schaumig feine Nougatgipfel
Kaiserschmarrn mit Rumrosinen
honigmilde Clementinen
fein gepritzte Nußmakronen
marinierte Röstmaronen
Blätterteig wie Schweineohren
Zuckerguss aus allen Poren
Streuselkuchen, Bienenstich –
aber einmal nur, da gibt es Dich!
(von Peter Grzan †)
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