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Auch dieser Fahrer: dumm wie Brot!
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Gute Manieren und eleganter Stil sind sehr attraktiv und ich bedaure,
dass sie in den letzten 50 Jahren durch die amerikanische
Turnschuhgesellschaft abgelöst wurden. Das neueste sind Tretroller,
E-Scooter genannt, die an den unmöglichsten Stellen geparkt werden.
Auf
Radwegen, auf Gehwegen oder direkt vor Hauseingängen. Kein Tag vergeht,
wo ich nicht über so ein Ding stolpere. Selbst vor dem Tor einer
Feuerwehrwache habe ich einen Roller „parken“ sehen. Da muss man doch
das Gehirn eines Regenwurms haben, um so etwas zu tun. Vielleicht macht
ja das viele Rollern dumm? Oder die E-Roller-Verleiher sind
Fußgängerhasser und sagen ihren Kunden, sie sollen absichtlich falsch
parken, um die „blöden Fußgänger“ zu ärgern?
Während früher in den 70er
Jahren Männer wie Peter Fonda und Dennis Hopper auf
Easy-Rider-Motorrädern durch die Gegend fuhren, fahren die heutigen
Männer mit Tretrollern! Wenn 30jährige Männer im Anzug und teurer
Designer-Umhängetasche auf Kinderrollern durch das Berliner
Regierungsviertel fahren, sehen sie aus wie weicheirige Witzfiguren und
ernten bei mir nicht enden wollende Lachanfälle.
Und besonders umweltschonend sind sie auch nicht gerade. Sie Kosten
nämlich außerdem eine Menge Strom.
Mal unter uns Betschwestern: sollte
mal ein Versicherungsvertreter mit so einem Roller-Gerät vorfahren,
würde ich bei ihm keine einzige Versicherung abschließen.
Wo bleiben eigentlich die Behörden, die diesem Spuk ein Ende bereiten?
Die Stadt Wien geht mit gutem Beispiel voran, in dem sie Parkzonen für
E-Roller eingerichtet hat. Sollte eine Witzfigur außerhalb der Zone
seinen Tretroller abstellen, hagelt es saftige Geldbußen, die direkt vom
Konto des Fahrers abgebucht wird. Das tut weh! Deshalb habe ich in ganz
Wien keinen einzigen Roller falsch parken gesehen! Großes Lob und
Chapeau nach Wien!
Ich bleibe lieber bei meinem ITS (das ist die Abkürzung für: „Ich Trete
Selbst“) – ein altes schwarzes Miele-Fahrrad von 1953 ohne
Gangschaltung. Das ist elegant, kostet nichts, ist nachhaltig, fährt
ohne Strom und schont die Umwelt. Und das Beste: Ich bleibe ohne
Fitnessstudio gesund! Ach ja, selbstverständlich parke ich mein ITS an
Stellen, wo es niemand stört! Schlau, nicht?
Diese von mir geschriebene Kolumne namens "Seitenblick" erscheint auch regelmäßig in der
Münsterschen Zeitung
Foto: Lo Graf von Blickensdorf